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Seit 18 Jahren kommen Grundschüler zum lernen auf den Hof Blaurock

Seit 18 Jahren kommen Grundschüler zum lernen auf den Hof Blaurock:

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Lage-Ohrsen. Die Kartoffel ist im Sachunterricht ein beliebtes Thema. Auch an der Grundschule Kachtenhausen. Zu den Theorieeinheiten der Drittklässler gibt es auf dem Hof Blaurock in Ohrsen den Praxis-Check – und das seit 18 Jahren schon.Luca freut sich, als hätte er einen Schatz ausgegraben. Hat er auch, in Form einer goldgelben Knolle, die aussieht wie ein Herz. Mitschüler Davids ganzer Stolz ist eine kleine, schwarze Kartoffel, die aussieht wie eine Murmel. „Das ist Unterricht zum Anfassen", freut sich Heinz Blaurock über die Begeisterungsfähigkeit der Kinder. Der 83-Jährige hat immer eine Geschichte auf Lager und auf fast alle Fragen eine Antwort. „Warum sind die Beeren, die an der Kartoffelpflanze über der Erde wachsen, giftig?", will Nina wissen. „Damit die wilden Tiere wegbleiben. Jede Pflanze wehrt sich, die Rose beispielsweise hat deshalb Dornen."

Heinz Blaurock genießt sichtlich den Umgang mit den Kindern, während sein Sohn Frank fleißig mit der Forke die Kartoffeln ans Licht bringt, denn jeder darf sich hier eine Tüte voll für zu Hause sammeln. „Als unser ältester Sohn Kolja in die dritte Klasse in Kachtenhausen ging, hat man uns angesprochen. Seitdem bekommen wir regelmäßig Besuch von Grundschulen und Kindergärten", erzählt Frank Blaurock. Während die Lehrerinnen Marianne Sander und Manja Trölenberg sich noch nach der Kochfestigkeit einzelner Sorten erkundigen, haben die Kinder ihres Erachtens nach genügend Fachwissen gesammelt und sind begeistert, als der Landwirt seinen Trecker anschmeißt und sich jeder auf dem angekoppelten Schüttelsieb-Roder einmal ordentlich lockern lassen kann.

Senior Heinz gibt unterdessen noch eine Anekdote zum Besten: „Vor sehr langer Zeit hat Friedrich der Große die Kartoffel in Deutschland eingeführt. Die Bauern wollten sie erst nicht essen, weil sie unter der Erde wächst. Dann hat der Preußenkönig seine Felder von Soldaten bewachen lassen und die Leute dachten, das muss dann ja wohl doch etwas Besonders sein." Wie besonders gut die Kartoffeln vom Feld schmecken, durfte die Klasse im Anschluss selbst testen. „Hier gibt es immer ein wunderbares Pellkartoffel-Frühstück, und wir sind der Familie Blaurock sehr dankbar, dass wir schon seit 18 Jahren mit unseren Schülern herkommen dürfen. Das ist eine schöne Tradition geworden", freut sich Lehrerin Marianne Sander über die Gastfreundschaft.
Interview: Landwirt Frank Blaurock isst die Erdknolle in jeder Form gern
Wie ist die Ernte in diesem Jahr?
Frank Blaurock: Bei uns noch gut. Allerdings gab es ein paar Ausfälle aufgrund der Trockenheit. Die Kartoffel bekommen dann Risse durch Wachstumsstockungen.
Kann man diese Kartoffel dann nicht mehr verkaufen?
Blaurock: Die Kunden wollen schöne, glatte Kartoffeln. Da kann man mal ein bis zwei mit Rissen in den Sack packen, mehr nicht.
Was sind beliebte Sorten?
Blaurock: Die Belana und die Cilena. Die sind beide vorwiegend festkochend und schön gelbfleischig.
Welche mögen Sie am liebsten?
Blaurock: Die Laura. Die hat eine rosa Schale, ist innen gelb und sehr intensiv im Geschmack.
In welcher Variation essen Sie Kartoffeln?
Blaurock: In jeder (lacht). Egal ob Bratkartoffeln, Kartoffelsalat oder Püfferchen. Aber am liebsten als klassische Salzkartoffel.

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